Erfassung und Bewertung der Entsiegelungspotentiale

Link zum Originalantrag

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Keck,

zu oben genanntem Thema stellt unsere Fraktion folgenden Antrag:

  1. Die Verwaltung wird aufgefordert, Entsiegelungspotenziale im Stadtgebiet systematisch zu erheben, zu bewerten und dann dem Gremium aufgeschlüsselt nach Lage (Stadtgebiet bzw. Bezirksgemeinden), Grösse und  Koordinaten zur Verfügung zu stellen.
  2. Die Ergebnisse dieser Erfassung und Bewertung werden im Geoportal der Stadt Reutlingen veröffentlicht und stehen damit der Verwaltung, dem Gemeinderat sowie Planungsbüros und sonstigen flächenrelevanten Akteuren zur  Verfügung.

Begründung:

Das Umweltgutachten 2020 des Sachverständigenrats für Umweltfragen (SRU) weist einmal mehr darauf hin: unversiegelte Flächen in Städten und Kommunen erfüllen wichtige Funktionen der Versickerung, Wasserspeicherung, Verdunstung und Kühlung, die im Zuge der klimatischen Veränderungen, wie der Zunahme von Extremwetterereignissen mit Starkregen und Hitze, an Bedeutung gewonnen haben.

Die Inanspruchnahme von Böden durch Überbauung führt zum Verlust der Bodenfunktionen mit dauerhaft negativen Folgen für die Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes.

Ein regelmäßig in der Planungspraxis auftretendes Problem besteht darin, dass sich die bei einer baulichen Entwicklung eines Gebietes notwendigen Versiegelungen materiell kaum ausgleichen lassen.

Der fachlich beste Ausgleich besteht in der Entsiegelung von Flächen. Das Auffinden versiegelter Flächen, die tatsächlich entsiegelt werden können, gestaltet sich für Städte und Kommunen aufgrund der eingeschränkten  Verfügbarkeit meist schwierig und lässt sich im Rahmen der Umweltprüfung mangels eines adäquaten Flächenangebots vielfach oft nicht realisieren.

Entsiegelungsvorschläge haben dann eine Realisierungschance, wenn Entsiegelungsflächen bereits bekannt sind und als geeignet geprüft in einem Verzeichnis vorliegen.

In einem Projekt der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt werden derartige Flächen bereits erfasst, bewertet und Vorschläge für die Verbesserung oder Wiederherstellung der natürlichen Bodenfunktionen gemacht. Im Fokus stehen dabei Flächen, die für eine dauerhafte bauliche oder anderweitige Nachnutzung als Siedlungs- und Verkehrsfläche nicht mehr in Betracht kommen.

Dazu zählen zum Beispiel Parkplätze, Abstellflächen, Gewässerrandstreifen, ehemalige Gärtnereien oder Garagen.


Mit freundlichen Grüßen
Prof. Dr. Jürgen Straub
(Fraktionsvorsitzender)

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