Verminderung von Luftschadstoffen durch Photokatalyse an Oberflächen

Link zum Antrag

Zu oben genanntem Thema stellen wir folgenden Antrag:

  1. Die Verwaltung wird beauftragt, zeitnah zu prüfen auf welchen Fassaden öffentlicher Gebäude und Oberflächen photokatalytische Baustoffe bzw. Beschichtungen oder Anstriche sinnvoll eingesetzt werden können. Dabei sollte die in erster Priorität der Bereich der Lederstrasse im Umfeld der Luftmessstation betrachtet werden.
  2. Die Verwaltung wird beauftragt an den beiden in der Lederstrasse aufgebauten Moos-Testwänden schnellstens photokatalytisch wirksame Oberflächen zu installieren und deren Wirksamkeit in Zusammenarbeit mit der Hochschule Reutlingen nachzuweisen.
  3. Die Verwaltung wird beauftragt zu prüfen, in wie weit dieses Projekt im Rahmen der„Modellstadt Luftreinhaltung“ durch Zuschüsse seitens des Landes-, Bundes- oder der EU zu finanzieren ist.

Begründung:

Entgegen aller Prognosen zeigen die täglichen Messergebnisse mehr als deutlich, dass trotz Eröffnung des Scheibengipfeltunnel, einem LKW-Durchfahrsverbot und der teils sehr umstrittenen „verkehrslenkenden“ Massnahmen bislang keinerlei reale Chance besteht den Grenzwert (Jahresmittelwert 40μg/m³) für Stickstoffdioxid in 2018 oder 2019 einzuhalten.

Um drohende Fahrverbote zu verhindern müssen daher seitens der Stadt Reutlingen zwingend kurzfristig weitere Möglichkeiten herangezogen werden die eine Verbesserung der Luftqualität ermöglichen, auch wenn diese keine Aufnahme in den in einigen Punkten strittigen Massnahmenkatalog des Regierungspräsidiums bei der Erstellung der 4. Fortschreibung des Luftreinhalteplanes gefunden haben.

Bereits im Mai 2009 hatte die WiR-Fraktion einen Antrag zur „Verminderung von Luftschadstoffen durch Photokatalyse an Fassadenoberflächen“ (09/005/31) gestellt. Dieser wurde durch die Drucksache 09/005/31.1 „beantwortet“. In den letzten neun Jahren hat auf diesem Gebiet eine deutliche Weiterentwicklung stattgefunden und so muss der Inhalt der Drucksache 09/005/31.1 als veraltet angesehen werden.

Das gesundheitsschädliche Stickstoffmonoxid und -dioxid wird dabei durch einen photokatalytischen Prozess mit Hilfe von Sonnenlicht in unschädliches Nitrat umgewandelt und so der Atmosphäre entzogen.

Auf Nachfrage im letzten BVUA hatte Frau EBM Hotz eingeräumt, dass das Projekt zum Versuch der Reduzierung von Luftschadstoffen durch die beiden in der Lederstrasse aufgebauten Moos- bzw. Fetthennen-Testwände als gescheitert angesehen werden kann.

Die Hochschule Reutlingen ist dem unter Punkt 2. beantragten Projekt gegenüber sehr aufgeschlossen und möchte dies gerne im Rahmen einer Studien- oder Abschlusssarbeit aufgreifen. Ansprechpartner dazu wäre Prof. Dr. Günter Lorenz (Dekan der Fakultät Angewandte Chemie)

Nach mehreren Jahren Erfahrung mit photokatalytischen Oberflächen wurde jetzt eine neue Generation als Luft reinigende Versiegelung für Fassaden, Brücken, Lärmschutzwände,Betonbauteile etc. entwickelt. Durch die konsequente Weiterentwicklung der Formulierung erreichen diese einen höheren Wirkungsgrad und eignen sich dadurch vor allem für verkehrsbelastete Gebiete.

Die photokatalytische Wirkung dieser Oberflächen verbessert die Luftqualität, indem sie nachhaltig Schadstoffe in unschädliche Substanzen zersetzt. Parkhäuser, Lärmschutzwände, Fassaden von Schulen und Verwaltungsgebäuden – allgemein Bauten in verkehrsintensiven Regionen können so daran mitwirken, die Luftqualität in Reutlingen nachhaltig zu verbessern.

Wir sehen darin eine, mit verhältnismässig wenig Aufwand und kurzfristig umzusetzende und wirksame Massnahme zur nachhaltigen Verbesserung der Luftqualität und Einhaltung der Stickstoffdioxid-Grenzwerte in Reutlingen und einen weiteren deutlichen Schritt um mögliche Fahrverbote zu verhindern!

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